Mobiles Internet bald auch in ländlichen Regionen verfügbar?
LTE ist ein neuer Mobilfunkstandard, auch Mobilfunk der vierten Generation oder kurz G4 genannt, der auch DSL Anschlüsse ablösen kann.
Was ist LTE?
LTE heißt Long-Term-Evolution und dieser Name ist Programm. Im Gegensatz zu den drei bisherigen Mobilfunkstandards könnte es LTE schaffen, auf lange Sicht, für ca. 15 – 20 Jahre der marktbeherrschende Mobilfunkstandard zu werden. Selbstverständlich hat man das vor ca. 10 Jahren auch von UMTS geglaubt. Jeder der etwas Interesse am Thema hat wird sich noch an den Hype während der Versteigerung der Lizenzen im Sommer 2000 erinnern. Was dann kam war Ernüchterung. Der Ausbau kam nur schleppend voran, Anbieter die eine Lizenz erworben hatten zogen sich aufgrund der hohen Investitionskosten zurück, Endgeräte waren nicht verfügbar oder zu teuer für den Mainstream. Als dann endlich die Verfügbarkeit fast flächendeckend hergestellt war, wurden die Inhalte von den Mobilfunkkunden nicht wie erwartet genutzt – zum einen lag das an den zu langsamen Übertragungsgeschwindigkeiten, die für Videotelefonie oder Fernsehen am Handy einfach nicht ausreichten, zum anderen waren die Preise einfach zu hoch, eine Folge der Verweigerung durch den Kunden.
LTE hat gute Startbedingungen
Bei der LTE Versteigerung ging es im Jahre 2010 wesentlich entspannter zu. Einer von den vier großen Mobilfunkanbietern hat sich gleich gar nicht beteiligt.
Worin könnte nun der entscheidende Vorteil von LTE liegen, alle anderen Mobilfunkstandards und vielleicht sogar das herkömmliche DSL zu verdrängen?
Da wäre zum ersten die schier unglaubliche Geschwindigkeit, mit der über LTE Datenverbindungen arbeiten können. Zum Vergleich – ein 16000er DSL Anschluss überträgt ca. 16 MBit/s. Das ist eigentlich das Minimum, um Fernsehen über das Internet empfangen zu können. Leider ist diese Geschwindigkeit noch längst nicht überall verfügbar. Die Meisten DSL Nutzer haben 3000er oder 6000er DSL (also 3 oder 6 MBit/s). Noch schlechter sind die dran, die nur über das Mobilnetz zu einem schnellen Internetzugang kommen. Das normale UMTS bringt es auf ca. 0,4 MBit, dort wo der Ausbau vorangeschritten ist ( wo der UMTS Turbo HSDPA verfügbar ist) können es auch mal 1,8 MBit/s , 3,6 MBit/s oder gar 7,2 MBit/s sein, alles in allem nicht berauschend und eine Ursache dafür, das sich die Nutzung von Onlineinhalten über die Handys oder Smartphones bisher nicht richtig durchsetzen konnten. Ganz anders jetzt mit LTE. Schon in der ersten Ausbaustufe werden 100MBit/s erreicht, zukünftig sollen 300, 500 oder sogar 1000MBit/s möglich sein. Das ist absolut zukunftssicher, das rechtfertigt die Prognose von 15 – 20 Jahren Marktbeherrschung für diese Technologie.
Vorhandene Ressourcen nutzen
Ein weiterer Vorteil, der zur schnellen Verbreitung von LTE führen wird, ist die Verwendung des bestehenden Netzausbaues. Das UMTS Netzt muss nur geringfügig modifiziert werden, um LTE fähig zu werden. Bei der Einführung von UMTS hatten sich der fehlende Netzausbau und die hohen Investitionen als Bremsklötze bei der Vermarktung erwiesen. Die Netzbetreiber haben erkannt, dass das Potenzial von LTE genutzt werden kann, um die weißen Flecken auf der Landkarte, wo es noch keine schnellen Internetzugänge gibt, zu tilgen. Es wurde von allen Anbietern versprochen, zuerst die ländlichen Regionen mit LTE zu versorgen. Vodafon hat sein Versprechen gehalten, zu den ersten mit LTE versorgten Gebieten gehörte die Nordrhein-Westfälische Provinz.
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