Linux oder Windows – Betriebssysteme im Vergleich

Windows LogoVergleiche zwischen den Computer-Betriebssystemen Microsoft Windows und Linux sind ein Dauerbrenner-Diskussionsthema innerhalb der PC-Industrie. Während des gesamten Zeitraums der Windows 9x-Systeme bis zur Einführung von Windows 7 hat Windows extrem große Einzelhandelsumsätze eingefahren, während Linux seinen Status als bekannteste nachhaltige Freie Software und beliebtestes Open-Source-Betriebssystem aufrechterhalten hat.

Beide Betriebssysteme rivalisieren auf dem Markt für Personal Computer und einer Vielzahl anderer Geräte, mit Angeboten für den Server- und Embedded-System-Markt und beim Zugriff auf das mobile Internet. Linux und Microsoft Windows unterscheiden sich in Philosophie, Kosten, Flexibilität und Stabilität, wobei jedes Betriebssystem versucht, sich in seinen schwächeren Gebieten zu verbessern. Vergleiche der beiden Betriebssysteme neigen dazu, ihre Ursprünge, historischen Benutzergruppen und Vertriebsmodelle zu reflektieren. Typische wahrgenommene Schwächen sind die fehlende Benutzerfreundlichkeit von Linux und die Anfälligkeit von Microsoft Windows für Viren und Malware.

Die Gesamtbetriebskosten der Betriebssysteme

Im Jahr 2004 startete Microsoft die Marketing-Kampagne “Get the Facts”, um Anwender zu veranlassen, von Linux auf das Windows Server System umzustellen. Microsoft behauptete, dass seine Produkte insgesamt niedrigere Gesamtbetriebskosten haben als Open-Source-Programme, aufgrund ihrer Benutzerfreundlichkeit, die sich in weniger Arbeit und geringeren Personalkosten auswirke. Doch eine Vielzahl von Linux-Fans, Firmen und Organisationen, insbesondere der Linux-Distributor Novell, der SUSE Enterprise Linux vertreibt, zweifeln die Microsoft-Zahlen an. Ein Argument für die Kosteneffizienz von Linux ist, dass zwar Linux-Administratoren in der Regel etwas höhere Gehälter als Windows-Administratoren bezahlt werden, ein kompetenter Linux-Administrator sich aber auch um andere Rechner kümmern kann als nur Linux-basierte. Eine Studie der Robert Frances Group bestätigt diese Zweifel. Im Jahr 2004 sprach die britische “Advertising Standards Authority” (ASA) Microsoft gegenüber eine Verwarnung aus. Eine Microsoft-Werbung mit der Behauptung, dass die Nutzung von Linux zehn Mal teurer sei als Windows Server 2003, sei irreführend, da für die Linux-Server unnötig teure Hardware ausgewählt worden war. Die ASA stellte daher fest, dass der Vergleich irreführend war, weil die Betriebssysteme auf unterschiedlicher Hardware liefen.

Die Praxiserfahrungen von Windows und Linux

Das deutsche Auswärtige Amt sagte, dass die Kosten für die Open-Source-Desktop-Wartung die mit Abstand niedrigsten überhaupt seien. Die französische Gendarmerie meldete, dass Millionen Euro an Lizenzgebühren gespart worden seien durch die Umstellung von Windows XP auf Linux. Auf der anderen Seite gab es Probleme bei einem Projekt, bei dem die öffentliche IT-Infrastruktur Münchens von Windows auf eine Open-Source-Software namens LiMux umgestellt werden sollte. Das Projekt wurde 2003 mit dem Ziel gestartet, 100 % der 14.000 PCs auf einem Open-Source-Lösung umzustellen; es wurde mit 35 Mio. Euro finanziert, etwa dem Betrag, der auch eine Microsoft-Lösung gekostet hätte. Obwohl fünf Jahre später mehr als 80 % der Arbeitsplätze OpenOffice und 100 % Firefox und Thunderbird verwendeten, wurde eine Adoption von Linux selbst nur zu 20 % erreicht.

Computerspiele meist nur für Windows

Der Marktanteil von Linux oder Microsoft Windows ist schwer zu bestimmen, da eine Registrierung für Linux-Benutzer in der Regel nicht erforderlich ist; zusätzlich existiert eine große Anzahl von nicht lizenzierten Kopien von Windows. Eine der wichtigsten Kaufgründe für Windows ist die große Auswahl der zum Kauf angebotenen Computerspiele. Die Mehrheit der aktuellen großen Spiele unterstützten nativ Windows und werden zuerst und oft ausschließlich für die Windows-Plattform veröffentlicht. Einige dieser Spiele können mit einem Compatibility Layer wie Wine, Cedega oder CrossOver auf Linux ausgeführt werden. Sollte jedoch ein Kopierschutz vorhanden sein, ist ein viel größerer Aufwand erforderlich, die Software richtig zum Laufen zu bringen.

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